Allgemeine Informationen über Klavierstimmer

Klavierstimmer sorgen dafür, dass Klaviere, Flügel und anderen Tasteninstrumente wieder in der richtigen Tonhöhe erklingen. Sie stimmen, warten und reparieren Klaviere und Flügel und helfen ihren Kunden bei der optimalen Pflege der Tasteninstrumente. Dabei müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. So spielt zum Beispiel der Standort des Instruments eine große Rolle: Wie sieht es aus mit Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit? Je nachdem, wie sich die Rahmenbedingungen verhalten, müssen unterschiedliche Aspekte beachtet werden. So muss ein Flügel, der stets in einem warmen und trockenen Raum steht, anders gepflegt werden als ein Klavier, das in einem kalten Raum, zum Beispiel in einem Gemeindehaus, steht.

Damit verstimmte Instrumente wieder in der richtigen Tonhöhe erklingen, müssen Klavierstimmer zunächst die Abweichung der realen Tonhöhe von der international festgelegten Stimmtonhöhe erkennen. Dabei gilt: Der Kammerton A hat eine Frequenz von 440 Hertz und nach ihm richtet sich der Klavierstimmer bei seiner Arbeit. Um die Abweichung von diesem Ton genau feststellen zu können, werden elektronische Stimmgeräte und Stimmgabeln zur Hilfe genommen. Doch natürlich verlässt sich der Klavierstimmer nicht alleine auf die Technik, sondern auch auf sein gutes Gehör sowie sein musikalisches Verständnis. Diese beiden Voraussetzungen sind unabdingbar für jemanden, der den Beruf des Klavierstimmers ausüben will. Wenn eine Taste einen anderen Ton erzeugt als sie sollte, können Klavierstimmer diese Abweichungen also mittels An- oder Entspannen der Saiten beheben. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Beim Stimmen der Instrumente benutzt der Klavierbauer Intervalle, mit denen er die Abstände von zwei Töne misst. Sind die mittleren Saiten zweier Töne in diesem Intervall richtig gestimmt, wird anschließend der Saiten-Chor rein gestimmt. Dabei werden die linke und die rechte Saite des Saiten-Chores auf den gleichen Ton gestimmt, den die mittlere Saite hat. Der Klavierstimmer dreht mit dem Stimmhammer die Stimmwirbel, zwischen denen eine Saite gespannt ist. Je nachdem, ob die Seite lockerer oder fester wird, wird die Tonsequenz höher oder tiefer. Häufig werden Klavierstimmer vor einem Konzert angerufen und um Hilfe gebeten. Denn nichts ist schlimmer, als ein top Pianist zu sein und auf einem verstimmten Tasteninstrument zu spielen. Das würden die Besucher des Konzerts natürlich heraushören und sich mit Sicherheit fragen, warum das Klavier nicht vernünftig klingt. Oder noch schlimmer: Sie könnten denken, dass der hochkarätige Pianist vielleicht doch nicht so hochkarätig ist, wie immer behauptet wird…

Wer Klavierstimmer werden möchte, muss in Deutschland eine dreieinhalbjährige Ausbildung absolvieren. Der Beruf ist jedoch nicht überall in der EU ein Ausbildungsberuf und daher nicht geschützt. Vielmehr ist die Aufgabe des Klavierstimmens Bestandteil der Ausbildung zum Klavier- und Cembalobauer. Die Ausbildung zum Klavier- und Cembalobauer so, wie es sie in Deutschland gibt, ist ziemlich einzigartig. Früher war der Beruf des Klavierstimmens ein Beruf, den häufig blinde Menschen wahrnahmen, weil sie oft aufmerksamer hören, als sehende Menschen. Weil das Stimmen des Instruments im Rahmen der Klavierbauerausbildung erlernt wird, können Klavierstimmer nicht nur durch das Stimmen der Saiten wieder die korrekten Tonlagen der Klaviere und Flügel herstellen, sondern sie können auch Reparaturen an den Tasteninstrumenten durchführen. Das kann von klemmenden Tasten, die gelöst werden müssen, über zerrissene Saiten, die es zu ersetzen gilt, bis hin zum Austausch defekter Hammerköpfe reichen.